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Faktensnacks


Du machst dein Klima: Deine Kaufentscheidungen haben mehr Einfluss als du vielleicht denkst.
Rund 25% der Treibhausgase stammen aus der Landwirtschaft, 70% davon hängen mit der Fleischeslust zusammen. Wer rein pflanzenbasiert lebt, reduziert seinen CO2-Ausstoß um satte 2 Tonnen. 

Die Sache mit dem CO2

Statistisch verbraucht jeder Einwohner in Deutschland knapp 11 Tonnen CO2 / Jahr.
Möglich sind 5 Tonnen, nötig sind 2 Tonnen, Länder wie Indien kommen auf 1 Tonne .

Ernährung

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Mobilität

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Konsum

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Strom / Heizung

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Du kannst an diesen Rädchen drehen. Neben erneuerbaren Energien und intelligente Ressourcen(aus-/wieder)nutzung ist unser aller Macht für ein besseres Klima: Das Geheimnis des Lebensstils. Dass weniger mehr ist, ist längst bekannt. Dass das stimmt, zeigen diese Seiten und das Buch "Klimafreundlich-Küche". Probier's mal.

Schätze deinen ökologischen Fußabdruck

Wähle die 6 Antworten aus, die für dich am ehesten zutreffen. Addiere die Zalhen und teile das Ergebnis durch 10. Das ist dein geschätzter ökologischer Fußabdruck (= Punkte / 10 = globale Hektar, gha). Ein nachhaltiger Fußabdruck wäre 1,7 gha groß. Was hast du an den Füßen?

ThemengebietDein Alltag Punkte Deine Punkte
Ernährungich lebe vegan
sehr selten (1 x die Woche) kommt Tierisches auf den Tisch
Ich mag mein täglich Tier
mehrmals täglich reichlich Fleisch, Eier, Milchprodukte
2
3
5
12
*
Umgang mit Nahrungregional-saisonal, bio, nichts Wegwerfen
oft regional-saisonal, bio, kaum Verschwendung
manchmal regional-saisonal, bio, öfters wandert was in den Müll
selten regional-saisonal, kaum bio, öfters Essensreste entsorgen
Herkunft, Jahreszeit, Erzeugung - egal, billig muss es sein, viel Wegwerfen
1
2
4
7
9
*
Wohnen und Heizenunter 30 qm / Person, sparsames Heizen, energetisch saniert
unter 30 qm / Person, großzügiges Heizen, weil nicht saniert
etwa 40 qm / Person, ca. 20 Grad, durchschnittliche Sanierung
über 50 qm / Person, sparsames Heizen, energetisch saniert
über 50 qm / Person, großzügiges Heizen, nicht saniert
2
8
11
13
16
*
Autofahrenmobil zu Fuß, mit Fahrrad, ÖPNV, ohne Auto
gelegentliche Autofahrten (weniger als 8000 km / Jahr)
tägliche Autofahrten (8000-16.000 km / Jahr)
Vielfahrende (16.-30.000 km / Jahr)
Weitfahrende (über 30.000 km / Jahr)
1
3
6
10
20
*
Flügenie
selten (weniger als 1 x jährlich)
1 mal jährlich
2-3 mal jährlich
mehr als 3 mal jährlich
0
4
13
30
50
*
Konsumbescheiden (Tauschen, Gebrauchtes kaufen, selten Neues)
bedacht (langlebige, umweltfreundliche Produkte)
durchschnittlich
recht üppig, gern neue Klamotten und neue Technik
hohes Einkommen, daher auch gern viele Ausgaben
3
5
8
10
16
*
SockelbetragDer Sockelbetrag steht für Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen etc. Den Betrag kannst du indirekt beeinflussen, in dem du dich für die Energiewende, öffentliche Verkehrsmittel und öko-faire Beschaffung einsetzt.88

Die 7 Miesen 

Diese sieben Sachen heizen der Erde ganz schön ein. Sie alle sind mit deinem "täglich Brot" verbunden.

Tierhaltung und Landwirtschaft
Die Viehhaltung steht dem CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken kaum nach. Für die Produktion tierischer Nahrung fallen 75% der weltweit mit 14 % zu Buche schlagenden ernährungsbedingten
Treibhausgasemissionen an. Dabei entfallen 2/3 auf die Herstellung von Milch und Rindfleisch.

Bleiben wir zunächst beim Fleisch: Es vermiest so ziemlich alle Faktoren in der Klimabilanz. Dabei lieben gerade die Deutschen ihre Currywurst oder das Schnitzel. 60 kg pro Jahr verzehren die
Teutonen - oft “im Vorbeigehen” auf Straßen und in hastig hinunter geschlungenen Kantinenessen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg der weltweite Fleischverbrauch um das fünffache an und er wird sich, laut Schätzungen bis 2050 verdoppelt haben. Wurden 1850 noch etwa 20 kg Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Erbsen, Bohnen oder Linsen, pro Jahr gegessen, sind es heute nur 0,5 kg.
Heute wird viermal mehr Fleisch gegessen als noch 1850 und doppelt so viel wie vor 100 Jahren.

Auch die lieb gewonnen Milchprodukte schlagen kräftig zu Buche. Je höher der Fettgehalt von Milchprodukten wie Käse oder Sahne, desto negativer fällt die CO2-Bilanz aus. Der Grund:
die nötige Menge an Milch und die vielen Reststoffe, die energieaufwändig wieder anders verarbeitet werden.

Kleine, traditionelle Landwirtschaftsbetriebe erzeugen (oder besser: erzeugten) fast die gesamten Futtermittel für ihren Tierbestand selbst, auf eigenen Böden. Die wenige Tiere sorg(t)en obendrein für wertvollen Dünger. In der industriellen Landwirtschaft ist die Situation umgekehrt: Die von den Tieren produzierten Fäkalien nehmen derartige Ausmaße an, dass aufgrund der hohen Mengen Entsorgungsprobleme entstehen und weitere lebenswichtige Grundlagen, wie Böden und
Gewässer bis hin zum Trinkwasser verunreinigt werden.

Die Folgen:
● Versauerung von Ökosystemen
● Schädigung der Ozonschicht
● Entstehung von bodennahem Feinstaub
● Verringerung der Artenvielfalt
● Ernteverluste
● Geruchsbelastung

Die Intensität der Düngung nimmt obendrein zu, weil weltweit der Anbau in ausgelaugten Böden und schädlingsanfälligen Monokulturen zunimmt.

“Umweg” Tier
Bei Mastschweinen sind etwa 3 kg Getreide notwendig, um 1 kg Fleisch zu produzieren. Fast 1 kg Soja wird benötigt, um – zusammen mit anderen Futtermitteln in einer „durchschnittlichen“ Ration – 1 kg Geflügelfleisch zu erzeugen. So werden zur Produktion einer tierischen Kalorie je nach Tierart
zwischen fünf und dreißig pflanzliche Kalorien benötigt.

Im Ökolandbau werden weniger CO2, Methan und Lachgas als in der konventionellen Landwirtschaft produziert. Eine vollständige Umstellung auf klimaoptimierte ökologische Wirtschaftsweise würde die
Treibhausemissionen in der Landwirtschaft um 15- 20 % senken.


Derzeit reservieren wir 60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für den "Umweg Tier": als Anbau für Viehfutter oder als Weide. 60% allen Getreides und 70 % aller Ölsaaten werden an Tiere verfüttert.
Bei einer Fortsetzung heutiger Trends der Fleischproduktion würden sich bis 2055 die Treibhausgas-Emissionen durch Landwirtschaft verdreifachen.

Treibhausgas-Cocktail Methan und Lachgas
Im Fokus der Klimabilanz steht häufig das Rindfleisch. In Deutschland läuft ihm zwar Schweine- und Geflügelfleisch in punkto Verzehr den Rang ab, aber weltweit sorgt seine “Erzeugung” durch Großkonsumenten wie USA und Brasilien für dicke Luft. Weltweit leben etwa 1,3 Millarden Kühe. Sie alle verdauen, sie alle setzen Unmengen Methan frei: jede Kuh täglich bis zu 300 Liter. Methan und Lachgas besitzen ein deutlich höheres Treibhausgaspotential. So wirkt Methan in der Atmosphäre etwa 21mal und Lachgas sogar rund 310mal so klimaschädlich wie CO2. Lachgas entweicht bei intensiv gedüngten Feldern.

Wir fressen Flächen! Jedem Erdenbürger stehen etwa 2.000 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung. Der globale Norden beansprucht pro Person 700 Quadratmeter mehr - hauptsächlich aufgrund des Anbaus von Soja als Futter für die Massentierhaltung.

Tipp: Das Berliner Projekt "Der Weltacker" zeigt, wie sich die Feldfrüchte auf die Fläche verteilen und gibt spannende Hintergrundinfos.

Jede Minute wird für Nutztierhaltung eine Fläche von Fußballfeldern abgetragen. Ihr Futter wächst längst nicht mehr auf der grünen Wiese um die Ecke. Damit sich die Futtertröge vor allem von Schweinen und Geflügel füllen, müssen pro Jahr 6 Millionen Tonnen Soja als schnell ansetzendes Kraftfutter
importiert werden.

Für den Sojaanbau nutzen wir Flächen andernorts, etwa ehemals artenreicher südamerikanischer Regenwald. Doch unsere Schweine verzehren wir nicht nur liebend gern selbst, sondern mästen sie mit
dem Futter aus Übersee für den Export, etwa nach Asien. So dreht sich das globale Nahrungskarusell munter weiter.

Mit der Brandrodung und Abholzung von Urwald für das Futter gelangt jede Menge CO2 in die Atmosphäre. Aber auch in der EU werden aufgrund des Futterbedarfs und der monetären Anreize proJahr 70.000 ha Wiesen in Ackerland verwandelt. Dabei bände jede Tonne Humus wichtiges CO2. Mit dem Umbrechen der Böden entweicht das Gas jedoch zu einem Drittel in die Atmosphäre. Der unserer derzeitigen Lieblingsspeisen geschuldeter Umgang mit dem Land bedeutet also:
● Viele Flächen werden als Futtermittel für die Tiere genutzt. Artenvielfalt bleibt auf der Strecke, Monokulturen entstehen. Wertvolle Wälder zur "Luftreinigung" werden vernichtet.
● Konkurrenz mit Flächen für Ausbau erneuerbarer Energien!
● virtueller Landhandel: wie in Kolonialzeiten nehmen wir uns Land, das uns nicht gehört.
● Zunahme an Siedlungs- und Verkehrsflächen
Unser Boden ist aber eine sich sich eher langsam regenerierende ausgelaugte Ressource! Und: eine endliche noch dazu.

70% des weltweiten Süßwassers verbraucht die Landwirtschaft. Viel steckt auch im versteckten “virtuellen Wasser”. Zur Herstellung von 1 kg Produkt wird an Litern Wasser benötigt:
Fleisch 15.455
Käse 5.000
Reis 3.400
Eier 3.300
Zucker 1.500
Weizen 1.300
Milch 1000
Äpfel 700
Kartoffeln 255
Tomaten 184
Möhren 131

Eine fleischlose Ernährung würde den Wasserverbrauch um 35- 55% senken.

Transport
Unsere Nahrungsmittel haben teilweise mehr Reisekilometer hinter sich als wir es im Leben vielleicht je schaffen. Avocado, Ananas, Kokos, Kakao, Kaffee – viele Lieblingsprodukte wachsen am Äquator. Und der ist weit weg. Daher schlagen Transportkosten ganz schön in die Klima-Kerbe:
•Flug-Transporte belasten das Klima 80-mal mehr als das Schiff und bis zu 300-mal mehr als Erzeugnisse aus der Region.
• LKW stoßen 2-4-mal mehr Treibhausgase aus als die Bahn. Insgesamt verursacht der Transport eingeflogener Lebensmittel 250 mal mehr CO2 als Waren aus der Region.

Insgesamt ist der Energieaufwand von Obst und Gemüse, das außerhalb der Saison angebaut und verzehrt wird, bis zu 100 mal höher als saisonale Angebote.

150 g CO 2 für frisches Gemüse, 400 g für TK und 500 g für Konserven!

Logistik
Die Kühltheken haben mittlerweile gigantische Ausmaße in den nicht weniger gigantischen Supermärkten eingenommen. Andere Teile des Marktes benötigen umgekehrt wohlige Temperaturen, damit sich der Kunde gern und lange aufhält. In beiden Fällen sind hohe Energieaufwände nötig.

Weil wir gern rund ums Jahr Salat, Tomaten, Paprika und Gurken essen, haben Gewächshäuser Hochkonjunktur. Auch hier lauern Treibhausgase im Treibhaus-Gemüse. Denn eine Beheizung mit fossilen Brennstoffen im Gewächshaus verfünffacht den CO2- Fußabdruck der Ware - auch wenn sie bio ist. Noch dazu werden die Lebensmittel oft lange gelagert und über weite Strecken transportiert.

Wie oben schon kurz skizziert: Fleisch kommt trotz ritualhafter Beteuerungen (“Nein, wir essen weniger und wenn dann nur bio….”) ganz schön häufig auf deutsche Teller. 
Die “fette” CO2 Bilanz noch mal zur Verdeutlichung:
Die Treibhausgase bei der Herstellung von Burger mit Pommes und Ketchup bringen 3,3 Kilo auf die Waage. Der traditionelle Schweinebraten mit Kartoffel-Knödel schafft es auf
über 800 g. Eine Portion Gemüse mit Kartoffeln dagegen: 150 g!
Das Bewusstsein wächst vielleicht, aber buchstäblich: das Fleisch ist schwach.

Hier liegt ein wirkliches Drama: im Müll. Wir werfen nicht nur satte 250 EUR für Essbares pro Jahr buchstäblich weg, sondern eben jede Menge wertvoller Ressourcen. Ein Kilo Brot im Müll produziert so viel unnötiges CO” wie 3,5 Kilometer Autofahren.

Pro Jahr pro Kopf landen 80 kg im Abfall. Ganz vorn dabei: Schrumpeliges Gemüse, verwelkte Blätter, unschönes Obst, abgelaufene Lebensmittel. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Naturgesetz! Es kann hinterfragt werden und man kann schlicht seine Sinne einsetzen, um zu testen, ob ein Lebensmittel wirklich verdorben ist.

Mobirise

Klimaschnäppchen?

So viel CO2 steckt in unseren Nahrungsmitteln. Es wird klar: Je tierischer, desto mehr.

Mobirise

Treibhaus-Ausstoß

CO2-Äquivalente in kg pro kg Lebensmittel
Quelle: aid


Die ganzen Zusammenhänge erläutert das Buch "Klimafreundlich-Küche" hübsch kompakt und zum Mitnehmen. Kluge Leute haben dazu natürlich noch viell mehr Kluges geschrieben. Hier geht es zu einer Literaturauswahl zum Thema Klima und Ernährung.